Ambient Assisted Living

Im Alter eigenständig bleiben

Von Andrea von Gersdorff und Michael Gneuss · 2017

Viele Menschen möchten möglichst lange in den eigenen vier Wänden ein unabhängiges Leben führen. Smarte Lösungen können dies ermöglichen, da sie den Alltag von Senioren sinnvoll unterstützen. Forscher experimentieren bereits emsig mit altersgerechten Assistenzsystemen.

Ältere Frau tippt auf ihrem Tablet etwas ein
Digitale Technologien helfen, im Alter selbstständig zu bleiben.

Laut Umfragen ist Smart Living etwas für die Jungen. So hat der IFA-Veranstalter gfu in einer Umfrage ermittelt, dass 14 Prozent der 16 bis 39 Jährigen bereits in Smart Home investiert haben, aber nur drei Prozent der über 60-Jährigen über smarte, vernetzte Geräte daheim verfügen. Dabei wäre der Nutzen für die Menschen in den höheren Lebensjahren viel größer. Das jedenfalls ist die Idee des Ambient Assisted Living (AAL). Erfahrungsgemäß möchte der größte Teil der Deutschen möglichst lange im eigenen Zuhause bleiben. Das zeigt auch eine Umfrage des sozialen Netzwerks für Best Ager, Feierabend.de, unter 1.500 Nutzern. Knapp 70 Prozent der Befragten wollen auf jeden Fall im Alter selbstständig zu Hause leben. Doch oft leben Hochbetagte isoliert, weil der Lebenspartner verstorben ist, die Kinder anderswo wohnen und Bewegungseinschränkungen den Kontakt zu Freunden und Bekannten erschweren. Die Entwicklung von digitalen Hilfssystemen kommt ihren Wünschen daher entgegen. Auch hier dienen die Zahlen aus der Umfrage von Feierabend.de als Beleg: Weitere 15 Prozent möchten lange daheim bleiben, wenn sie Unterstützung durch digitale Technik bekommen. 

Forschungsprojekte erproben Ambient Assisted Living (AAL)

Einige Forschungsprojekte erproben bereits in der Praxis, wie die intelligenten Assistenzsysteme das selbstbestimmte Leben in den eigenen vier Wänden verlängern können. So werden bis zu 100 Haushalte in Trier und im Landkreis Trier-Saarburg vom Fraunhofer IESE Kaiserslautern mit AAL-Technologien ausgestattet. Zum Einsatz kommt beispielsweise Sensorik, um die Erkennung von Hilflosigkeitssituationen zu optimieren. „Insgesamt kommen wir dem Wunsch der Seniorinnen und Senioren nach einem gesteigerten Sicherheitsgefühl nach“, hat Professor Dr. Dieter Rombach vom Fraunhofer IESE gegenüber dem Portal der Kooperation Behinderter im Internet e.V., Kobinet-Nachrichten.org, erklärt. Verfolgt wird ein soziotechnischer Ansatz. „Das Spannende an dem Projekt ist die enge Verknüpfung von modernen technischen Möglichkeiten mit einer aufsuchenden und individuellen Beratung der Seniorinnen und Senioren“, zitiert Kobinet-Nachrichten den Leiter des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung e. V., Professor Dr. Frank Weidner.

Internet ist entscheidend

Einige Anwendungen, die im Ernstfall Leben retten können, sind nahezu überall schnell und einfach zu installieren. Bestes Beispiel ist das Hausnotrufsystem, ein Sender mit einem Notrufknopf, das beim Betätigen Angehörige oder Pflegekräfte informiert. Ebenso können smarte Armbänder wie Hilferufanlagen eingesetzt werden. Diese sogenannten Wearables messen Köperwerte und senden bedrohliche Daten an Fachkräfte. Ferner gibt es Sturzmeldesysteme, die mittels Sensoren im Boden oder in Schuhen einen Sturz erkennen und Alarm auslösen.

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