IoT-Lösungen

Auf Wachstumskurs

Von Michael Gneuss und Jens Bartels · 2022

Wolkenkratzer aus Pixeln (Symbolbild vernetzte Stadt)
Das Internet der Dinge verändert unsere gesamte Welt. Foto: iStock / Jackie Niam

Das Internet der Dinge gehört zu den wichtigsten Technologie-Innovationen der vergangenen Jahre. Ob Alltagsgegenstände, smarte Gebäude oder hoch spezialisierte Sensorik: In immer mehr Bereichen spielt Vernetzung eine wichtige Rolle. Für die nächsten Jahre wird die Zahl der verbundenen Geräte stark zunehmen.

Das Internet der Dinge (IoT) ist nicht zu stoppen. Geschätzt mehr als 16 Milliarden Geräte kommunizieren laut Branchenanalysen weltweit miteinander. Und das ist erst der Anfang. Die Zahl der vernetzten Gegenstände wächst exponentiell und wird sich alleine in den nächsten fünf Jahren mehr als verdoppeln. Nach Berechnungen der Unternehmensberater von McKinsey kann die intelligente Vernetzung von Geräten und Maschinen einen globalen wirtschaftlichen Mehrwert von bis zu 13 Billionen US-Dollar im Jahr 2030 schaffen. Die Zahlen machen deutlich: Eine nahtlose Kommunikation zwischen Menschen, Prozessen und Dingen entwickelt sich weltweit zu einem der großen Wachstumstreiber der nächsten Jahre.

Für das Wachstum werden unter anderem kundennahe Lösungen wie etwa Smart-Home-Anwendungen verantwortlich sein. Ob Smartwatches, intelligente Alarmanlagen oder per App zu bedienende Rollläden: Wer einmal solche Geräte nutzt, will dies nicht mehr missen. Von den Befragten einer Studie des Digitalverbandes Bitkom waren sich 88 Prozent sicher, dass Smart-Home-Anwendungen in ein paar Jahren in jedem Haushalt zu finden sein werden, mehr als drei Viertel würden in ihren eigenen vier Wänden am liebsten alle technischen Geräte miteinander vernetzen und digital steuern. Viel Potenzial für mehr Komfort, Sicherheit oder Energieeffizienz gibt es mit Blick auf IoT auch in großen Gebäuden, im Bereich der Gesundheit oder bei der Entwicklung von smarten Städten. Noch größeren Mehrwert für das Internet der Dinge sieht McKinsey allerdings im Bereich der Industrie.

IoT-Lösungen: Chancen für Unternehmen

Zwar übersteigt die Zahl der vernetzten IoT-Geräte im Konsumgütersektor derzeit noch die Zahl der Geräte im Industriesektor, aber insbesondere die Investitionen in die smarte Fabrik sowie in intelligente Lösungen im Sektor Transport und Logistik werden in den nächsten fünf Jahren deutlich anwachsen. Zu diesem Ergebnis kommt der Report „Industrial IoT: A Reality Check“ des Beratungsunternehmens Reply. Vor allem branchenübergreifende Lösungen und auf konkrete Bedürfnisse zugeschnittene Geräte werden das Wachstum von IoT in der Industrie vorantreiben. Betrachtet man die fünf großen westeuropäischen Volkswirtschaften Frankreich, Belgien, Niederlande, Italien und Deutschland gemeinsam, wird dort der Smart-Factory-Markt laut Reply trotz Fachkräftemangel bis 2025 um nahezu das Dreifache auf 23 Milliarden Euro wachsen. Ganz besonders stark wird dem Report zufolge die Anzahl der Plattformen zunehmen, da Unternehmen sich auf diese Weise Verbesserungen im Qualitätsmanagement sowie Kostensenkungen versprechen. Im Hinblick auf smarte Lösungen in der Transport- und Logistikbranche wird Deutschland im westeuropäischen Vergleich führend bleiben, doch auch die anderen Länder werden einen erheblichen Zuwachs verzeichnen. Laut der Prognose werden die Investitionen auf ein Gesamtvolumen von 3,6 Milliarden Euro ansteigen.

Ausschnitt Meeting am Bürotisch
Branchenübergreifende Lösungen und auf konkrete Bedürfnisse zugeschnittene Geräte treiben das Wachstum voran. Foto: iStock / metamorworks

Kostenvorteile nutzen

Zur starken Verbreitung von Industrial IoT tragen unter anderem die Einführung kostengünstiger Sensoren und des leistungsfähigen 5G-Netzes, aber auch Mobilfunk-Technologien wie die Narrowband-IoT bei. Dieser Funkstandard ist speziell dafür vorgesehen, Geräte im Internet der Dinge zu vernetzen und ganz neue IoT-Anwendungen erst möglich zu machen. Zu den großen Vorteilen dieser schmalbandigen Datenübertragung gehören eine gute Netzabdeckung sowie der geringe Energieverbrauch. Auf diese Weise werden vernetzte IoT-Geräte wartungsfreundlicher und können schon mit kleinen Batterien auch an schwer zugänglichen Orten problemlos über lange Zeiträume kommunizieren. Eine Hoffnung besteht darin, dass mit der zunehmenden Verbreitung der IoT-Technologien die dazugehörige Hard- und Software günstiger wird und auch darüber die Anwendungen an Attraktivität zunehmen. Erwartet wird, dass die verbesserte Kommunikation zwischen autonomen Fahrzeugen, Robotern und Maschinen in Verbindung mit erhöhter Rechenleistung und sehr geringer Latenz nicht nur die Effizienz, sondern auch deren Sicherheit erhöht. Darüber hinaus wird es mit Cloud-Computing, zunehmend offenen Plattformen und immer mehr Standardisierung insbesondere für Unternehmen einfacher, die für sie passende IoT-Lösung einzusetzen. 

Kleine Betriebe holen auf

Dabei zeigt sich, dass IoT-Lösungen immer unabhängiger von der Unternehmensgröße zur Anwendung kommen werden. Während größere Unternehmen über längere Zeit bei der Umsetzung innovativer IoT-Projekte die Nase vorn hatten, schließen kleine Betriebe immer mehr die Lücke zu ihren großen Wettbewerbern. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Internet of Things 2022“ von IDG Research Services, bei der 350 Entscheider aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu ihren Ansichten, Plänen und Projekten rund um das Thema befragt wurden. Danach gilt dieser Trend auch für den Reifegrad der IoT-Anwendungen, sei es bei der Produktverbesserung durch IoT-Daten, der Vernetzung von Produkten und Geräten oder bei der verbesserten Wartung durch Predictive Maintenance. In all diesen Kategorien liegen die großen Firmen noch vorn, die mittleren und kleinen Betriebe haben aber aufgeholt. Damit bestätigt sich auch hier: Die kleinen Firmen ziehen beim Thema IoT nach und verringern ihren Rückstand.

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