5G-Netzabdeckung

Verloren im Funkloch

Von Jens Bartels · 2019

Der neue Mobilfunkstandard gilt als Basis für das Internet der Dinge, also für selbstfahrende Autos, das smarte Zuhause oder sich selbst organisierende Fabriken. Allerdings sollen einige ländliche Gebiete auf Dauer ohne akzeptable Mobilfunkverbindung bleiben. So müssen sich Unternehmen mit Fabriken in diesen Regionen etwas einfallen lassen, um an der Zukunft teilnehmen zu können.

Würfel, die von 4G auf 5G umgedreht werden.
Die Umstellung auf das schnelle Netz wird bald erfolgen – jedoch nicht für alle. Foto: iStock/marchmeena29

Mit dem Internet der Dinge (IoT) wird der Datenverbrauch deutlich steigen. Der Mobilfunkstandard der fünften Generation 5G soll dabei als Brückentechnologie dienen. Übertragungsraten von 100 Megabit pro Sekunde und mehr sind dann überall unentbehrlich. Sie sorgen dafür, dass selbstfahrende Autos in Echtzeit Informationen verarbeiten, Herzschrittmacher per Funk mit Computern kommunizieren und smarte Fabriken funktionieren – und zwar nicht nur in den Metropolen, sondern im ganzen Land. Diese Technologien werden unser Leben in den nächsten Jahrzehnten bestimmen. Ohne 5G-Netze ist vieles nicht möglich.

5G-Netz-Ausbau stockt

Allerdings werden nach derzeitigem Stand beim 5G-Netz wohl am Anfang nur wenige ausgewählte Standorte in den Genuss des schnellen Netzes kommen. Einige ländliche Gebiete sollen sogar auf absehbare Zeit ohne akzeptable Mobilfunkversorgung bleiben, obwohl die Bundesregierung immer wieder den flächendeckenden Ausbau verspricht. Eine Konsequenz: Unternehmen mit Fertigungsstätten in Regionen ohne schnelles Netz werden an solchen Standorten nicht nach neuesten technischen Standards produzieren können. 

5G-Netzabdeckung: National Roaming etablieren

Das Beratungsunternehmen P3 aus Aachen glaubt, dass in solchen Fällen etwa ein gebietsweises „National Roaming“ Vorteile bringen würde. „Hier könnten Teilbereiche des Netzes wie zum Beispiel Fabrikhallen oder Werksgelände oder auch größere zusammenhängende Nutzungsgebiete durch eine eigene Infrastruktur versorgt werden, deren Nutzer darüber hinaus im National Roaming die umfangreiche Versorgung der etablierten Netzbetreiber nutzen können“, schreiben die Experten in einer Auftragsstudie der grünen Bundestagsfraktion. „Für ländliche Regionen kann National Roaming eine Möglichkeit für einen schnelleren Netzausbau sein, wenn sich mehrere Betreiber beispielsweise für den Ausbau auf abgestimmte Regionen einigen und sich diese dann gegenseitig im National Roaming zur Verfügung stellen“, so P3 weiter. Klar muss sein: Der Betrieb einer smarten Fabrik in Deutschland darf nicht an einer fehlenden Mobilfunkverbindung scheitern.

Wussten Sie schon, dass ...

… im Highspeednetz 5G Datenraten von bis zu 20.000 Megabit pro Sekunde (MBit/s) im Download und bis zu 10.000 Mbit/s im Upload durchgeschleust werden können? Im derzeit schnellsten LTE-Netz werden Höchstgeschwindigkeiten zwischen 225 und 500 Mbit/s erreicht. Doch der neue Standard kann noch mehr: So soll auch die Kapazität 1.000 Mal höher sein als bei LTE. Bis zu einer Million Endgeräte pro Quadratkilometer soll das 5G-Netz verkraften. Zum Vergleich: LTE-Funkzellen meistern nur etwa 200 Teilnehmer. Zudem glänzt der künftige Mobilfunkstandard mit extrem kurzen Reaktionszeiten von unter einer Millisekunde und ist beim Sprung von einer in die nächste Funkzelle zuverlässiger.

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