Smart Living

Smarter durch den Alltag

Von Nadine Effert · 2018

Detailaufnahme: Persönlicher Sprachassistent
Persönliche Sprachassistenten werden in immer mehr Haushalten zum festen Bestandteil.

Vernetzte Glühbirnen, Lautsprecher oder Rauchmelder: Smart-Living-Produkte erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Kein Wunder, bieten smarte Geräte und Systeme doch viele Vorteile. Internet, vernetzungsfähige Komponenten und mobile Kommunikationsmöglichkeiten machen es möglich. Ein Blick auf den Smart-Living-Markt in Deutschland und seine enormen Potenziale.

Pünktlich am Morgen weckt das Smartphone mit der Lieblingsmusik. Die Rollläden öffnen sich langsam wie von Zauberhand und beim Verlassen des Schlafzimmers aktiviert ein Bewegungsmelder die Kaffeemaschine in der Küche. Auf dem Weg zur Arbeit schaltet der aktivierte Abwesenheitsmodus alle Lichter in der Wohnung aus und eine App benachrichtigt, falls jemand ins traute Heim ein- oder ein Feuer ausbrechen sollte. Auf dem Nachhauseweg zeigt eine Live-Schalte aus dem Kühlschrank, ob noch Besorgungen für das Abendessen nötig sind. Was einmal nach Science-Fiction klang und Zukunftsmusik war, ist längst Realität geworden. Die digitale Vernetzung ist im Alltag angekommen und spielt im Smart Living die Hauptrolle. Der Grund: Die innovativen Lösungen sind untereinander sowie nach außen hin mit dem Internet und dem Stromnetz verbunden. Smart sind die Geräte, weil sie miteinander kommunizieren können. Gesteuert werden sie per Tablet-PC, Smartphone, Smartwatch oder mit Sprachbefehlen.

Vielseitiger Nutzen smarter Produkte 

Der Smart-Living-Markt erfährt derzeit einen regelrechten Boom – zumindest, wenn man einen Blick auf die zahlreichen Hersteller und Anbieter und deren Produkte wirft. Hautnah davon überzeugen können sich Besucher derzeit auf der IFA, der globalen Leitmesse für Consumer Electronics und Home Appliances, die noch bis zum 5. September in Berlin stattfindet. Bereits im vergangenen Jahr rückten die Elektroverbände das Thema „Smart Living“ in den Fokus und präsentierten unter dem Motto „Fit für die digitale Welt“ ein 100 Quadratmeter großes „House of Smart Living“, das die Vorzüge intelligent vernetzter Smart-Home-Technik von über 50 Herstellern potenzieller Kundschaft schmackhaft machen sollte. Im Prinzip ein einfaches Unterfangen, denn die User von smarten Produkten und Dienstleistungen kommen schließlich in den Genuss diverser Vorteile: „Besitzer von Smart-Home-Anwendungen sehen und erleben die Vorteile, die die intelligente Vernetzung im Haus bieten kann, jeden Tag. Smart Living macht das Wohnen sicherer und komfortabler und kann etwa auch dabei helfen, Heizenergie zu sparen“, sagt Robert Spanheimer, Referent Smart Grids & Smart Home beim Digitalverband Bitkom. 

Smart Living: Usergruppe überschaubar

Die Euphorie der Branche zeigt sich bei den Deutschen (noch) in einem verhaltenem Gewand: Laut einer Bitkom-Umfrage, die Anfang August 2018 veröffentlicht wurde, nutzt etwa jeder Vierte mindestens eine smarte Anwendung fürs Zuhause. Beliebt sind smarte Fernseher und Haushaltsgeräte, intelligente Beleuchtung, Videoüberwachung und Sprachassistenten, wie Alexa oder Siri. Die gute Nachricht: 90 Prozent der Anwender sind mit den erworbenen Produkten zufrieden, wie die aktuelle Studie „Wie smart sind deutsche Haushalte“ der im März 2017 gegründeten Wirtschaftsinitiative Smart Living belegt. Trotz der positiven Resonanz zeigen sich die Nutzer bezüglich weiteren Anschaffungen jedoch zögerlich: Lediglich 23 Prozent planen den Kauf eines weiteren Smart-Home-Produktes innerhalb der kommenden sechs Monate. Laut Studie der Grund für die Zurückhaltung: Für viele Verbraucher sind sie schlichtweg (noch) kein Must-have, wie etwa das Smartphone heute eines ist. Von dieser Art Unverzichtbarkeitsgefühl können die Hersteller und Anbieter von Smart-Home-Produkten und -Anwendungen bislang nur träumen. 

Quelle: Statista, 2018

Markt mit großem Wachstumspotenzial 

Doch die Aussichten sind gut, denn der Markt kommt langsam ins Rollen. Sowohl in Deutschland als auch weltweit stehen die Weichen auf Wachstum: So prognostiziert der Verband Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) bis 2020 für den deutschen Markt eine Wertschöpfung an Smart-Living-Produkten, -Systemen und -Services von über einer Milliarde Euro. Der Technologieverband sieht in intelligenten Anwendungen und Diensten in den Bereichen Sicherheit der Wohnumgebung, Energieeffizienz und Energiemanagement, Assistenzsysteme wie auch Unterhaltung und Bürokommunikation die Zukunft. Dazu merkt VDE-CEO Ansgar Hinz jedoch an: „Bei intelligenten Komponenten und Geräten sind deutsche Unternehmen weltweit führend. Bei Anwendungen und Diensten hapert es noch. Hier haben US-amerikanische Unternehmen wie Google, Apple, Amazon derzeit die Nase vorn. Was uns im internationalen Wettstreit nach vorne bringt, ist die intelligente Vernetzung über Systemgrenzen und -ebenen hinaus.“ 

Fazit: Der Smart-Living-Sektor hat jetzt schon so Einiges zu bieten und wird in den kommenden Jahren weitere spannende Entwicklungen machen, von denen die Verbraucher profitieren werden – und zwar von „schlauen“ Helfern für den Alltag, die vielleicht irgendwann genauso unverzichtbar sein könnten wie das heißgeliebte Smartphone.

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