Künstliche Intelligenz und ERP

Unternehmensprozesse im Griff

Von Harmut Schuhmacher · 2021

Das Internet der Dinge und künstliche Intelligenz verursachen große Veränderungen bei der computerunterstützten Steuerung von Unternehmensressourcen. Das führt zu neuen Chancen, aber auch zu neuen Herausforderungen.

Vier Menschen um einen Laptop versammelt.
Foto: unsplash/mimi thian

Der Begriff Enterprise-Resource-Planning ist erst etwa 30 Jahre alt. Das dahinterstehende Konzept dagegen existiert prinzipiell schon seit Jahrtausenden. Und zwar spätestens seitdem die Betreiber der ersten Keramikbrennöfen sich um 6.000 vor Christus mit Fragen beschäftigen mussten wie: Wo bekomme ich genügend Ton und Brennholz her? Wie bezahle ich diese Materialien? Und wann wird es sinnvoll, einen zusätzlichen Ofen zu errichten?

Bei Enterprise-Resource-Planning (ERP) geht es also um die Steuerung der Ressourcen eines Unternehmens – mit dem Ziel, die betrieblichen Abläufe zu optimieren. Das betrifft sämtliche Bereiche des Unternehmens, unter anderem Materialwirtschaft, Produktion, Forschung und Entwicklung, Personalverwaltung, Rechnungswesen und Vertrieb. Seit Mitte der Sechzigerjahre werden diese Aufgaben mit Unterstützung von Computern erledigt. In Deutschland verwenden laut dem Statistischen Bundesamt 77 Prozent der Großunternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten eine ERP-Software. Bei mittleren Unternehmen sind es immerhin 56 Prozent, bei kleinen Unternehmen 22 Prozent.

Riesige Datenmengen

Das Internet of Things, wie es in der Industrie 4.0 zum Einsatz kommt, hat große Auswirkungen auf ERP-Systeme: Durch die vielen kleinen und großen Geräte, unter anderem Maschinen, Sensoren und Werkstücke, die das Internet der Dinge in einer Produktionsstätte bilden, fallen erhebliche Datenmengen an. Das ist einerseits vorteilhaft für die ERP-Software, weil sie aufgrund dieser detaillierten Daten fundiertere Entscheidungen treffen kann. Andererseits können diese Datenfluten traditionelle ERP-Programme durchaus überfordern. Daher benötigen sie Zusatzfunktionen, oder ergänzende Software aus dem Bereich Big Data, die in der Lage sind, große Datenmengen zu verarbeiten und zu analysieren.

Knapp 51 Prozent der deutschen Unternehmen haben die Integration ihrer IoT-Plattform mit traditioneller Unternehmens-Software, wie ERP und CRM, laut der IDG-Research-Studie „Internet of Things 2019/2020“ bereits umgesetzt. Knapp 24 Prozent haben immerhin schon konkrete Pläne dafür.

Künstliche Intelligenz und ERP

Beim Analysieren der Daten, die in Unternehmen anfallen, kommt immer häufiger auch künstliche Intelligenz zum Einsatz. Sie ermöglicht es der ERP-Software, automatisch kompetente Entscheidungen zu treffen, beispielsweise über Warenbeschaffung, voraussichtliche Nachfrage, Optimierung von Lieferterminen und die Wartung von Maschinen.

In dem Positionspapier „Künstliche Intelligenz und ERP“ gelangt der Digitalverband Bitkom daher zu dem Schluss: „Die Einbindung und Nutzung von künstlicher Intelligenz wird die ERP-Landschaft deutlich verändern und zu einem wesentlichen Wettbewerbsfaktor werden.“ Die derzeit existierenden Lösungen seien bereits relativ gut geeignet zur Optimierung einzelner Aufgaben und Prozesse.

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